Es war einmal … eine Zeit, in der ISDN tatsächlich das schnellste Internet war, oder genauer gesagt, mit ISDN fing eigentlich das Internet überhaupt erst an. Zuvor hatte man lediglich Modems zur Verfügung, die aus schrecklich klingenden Tönen (ähnlich wie beim Fax) Daten machten. Bei 28.000 Baud (28kBit/s) war bei den meisten schon Schluss und nur die besten schafften 64K. Das reichte gerade um Text und Grafiken zu laden, bei Videos war es fast unmöglich oder es dauerte Stunden bis ein Video heruntergeladen wurde.

Mit der Einführung von ISDN wollte man das ändern. ISDN steht für Integrated Services Digital Network und war die erste voll digitale Datenübertragung. Es wurde als Standard für die Übertragung von Audio, Video und Daten eingeführt. Während in Europa sich manche Länder etwas Zeit ließen, führte die Bundespost in Deutschland ISDN schon Ende der 80er Jahre ein. Wesentlicher Vorteil war neben der schnelleren Datenübertragung auch dass zwei Dienste gleichzeitig genutzt werden konnten. Man konnte zum Beispiel Emails abrufen und gleichzeitig telefonieren,.

Die alten Analogmodems funktionieren allerdings mit ISDN nicht mehr, es braucht vor allem einen so genannten NTBA, einen so genannten Netzanschluss, der erst den Anschluss der ISDN-Geräte möglich machte. Mit ISDN konnte man auf einem Kanal 64kBit/s erreichen, wenn man aber beide zusammenschaltete, ergab das immerhin 128 kBit/s, damals die schnellste Datenübertragung.

Allzu lange währte ISDN aber nicht. In Amerika hatte man bereits mit dem Ausbau von ADSL begonnen und bald musste sich auch die Deutsche Telekom damit beschäftigen. Die Datenmengen der Internetseiten und -Angebote wurden immer größer und bereits Ende der 90er Jahre war ISDN an seine Grenzen gestoßen. Die ersten DSL-Anschlüsse wurden geschaltet. Bis 2009 hatten aber noch etwa 30 Prozent der deutschen Haushalte einen ISDN-Anschluss. Auch heute noch gibt es einige ISDN-Anschlüsse, die Deutsche Telekom hat aber angekündigt bis Ende 2018 alle ISDN-Anschlüssen abzuschalten bzw. in neue Anschlussarten überführen zu wollen.