Mit ISDN hatte man in den 90er Jahren die Grundlagen für eine Digitalisierung des Telefonnetzes gelegt, sah aber bald, dass die Ressourcen und Technik nicht ausreichten, um das immer schneller und datenreichere Internet befriedigend ausnutzen zu können. Die ADSL-Technik schuf Abhilfe. Die Abkürzung steht für Asynchron Digital Subscriber Line und nutzt im Wesentlichen Frequenzbereiche aus, die bislang brach lagen. Das bedeutet auch das man sowohl analoge als auch digitale Leitungen benutzen konnte. Ausserdem war es möglich, gleichzeitig sowohl zu telefonieren als auch Daten zu senden und zu empfangen. Ein so genannter DSL-Splitter stellte sicher, dass man sowohl Telefon als auch ein spezielles ADSL-Modem anschließen kann. In Deutschland nutzte man vor allem die ISDN-Leitungen für die neuen Datenübertragungen, was nicht ohne Probleme war. Analoge Leitungen erlaubten breitere Frequenzbänder, und ISDN war nicht für diese Frequenzbereich ausgelegt gewesen. Das bedeutete vor allem, dass mit zunehmender Entfernung von einem ADSL-Knotenpunkt die Übertragung schlechter wurde. International wird die ADSL-over-POTS-Technik benutzt und weiterentwickelt. Das brachte die Deutsche Telekom ins Hintertreffen, weil man die neuen schnelleren Techniken bei ADSL-over-ISDN nicht ausnutzen konnte. Man will jetzt bis 2018 die analogen und die ISDN-Anschlüsse komplett einstellen und auf die neue Annex J Technik setzen, die eine größere Bandbreite an Frequenzen zur Verfügung stellt.

Übrigens ist ADSL nur ein technischer Unterbegriff für DSL. Das steht für Digital Subscriber Line und umfasst auch das Synchronized Digital Subscriber Line-Angebot, dass aber eigentlich nur für Geschäftskunden mit einer eigenen Internetverbindung angeboten wird. Deshalb steht auf den meisten DSL-Modems auch ADSL, weil dies das Konsumenten-Produkt ist. In Deutschland liegt der Marktanteil von DSL mittlerweile bei über 90 Prozent. Zunehmend kamen aber auch neue Standards, zum Beispiel ADSL2+ und das VDSL mit bis zu 100Mbit/sec. Heute setzen sich die Flatrates mit einer unbegrenzten Datennutzung immer mehr gehenüber den zeit- oder volumenbasierten Angeboten durch. Lediglich im Mobilbereich gibt es noch volumenbasierte Tarife.